Die Schwärze der Nacht hält mich gefangen, ich schwanke zwischen Furcht, Hoffen und Bangen. Plötzlich erscheint im Dunkeln ein Licht, aber wo es herkommt, das erkenne ich nicht. Ruhig und besonnen gehe ich ihm entgegen, auch wenn die Straße ist eher ungünstig gelegen, die ich dazu entlang muss marschieren und ich drohe, die Orientierung zu verlieren. Doch ehe das Grauen im Dickicht der Nacht erscheint und mich verhöhnt und verlacht, komme ich an der Lichtquelle an und bin erstaunt, was ich erkennen kann. Dieses Licht ist kein Etwas, ist nicht neu, nicht extern, ist nicht greifbar, ist weder nah noch fern. Das Licht, das mir Trost und Hoffnung schafft, bin ich ganz allein mit all meiner Kraft. Indem ich mir selber bin entgegengekommen, konnte ich der anhaltenden Finsternis entkommen. Ich erhelle jede einzelne kleine Straßen-Ecke.  Dabei ich unendlich viel Liebe und Freude entdecke, die in mir wohnen, mich niemals verlassen. Dank ihnen gelingt es mir, nicht weiter zu hassen, sondern mein Schicksal anzunehmen, mit allem Hässlichen, allem Schönen. Redlich kämpft mein Herz gegen das Dunkel der Nacht, das, gespeist vom Feuer der Leidenschaft, wird zum Strahlen gebracht, In meinen Händen liegen die Schwerter von Liebe und Wut, in meiner Seele befeuern Briketts aus Stärke und Mut lichterloh brennende Scheiterhaufen gegen Angst und Untergang. Und ich kämpfe, bis die Nacht um mich weicht, irgendwann.


Alle auf dieser und den folgenden Seiten verwendeten Texte und Fotografien sind urheberrechtlich geschützt. Solltest Du diese oder Teile hiervon verwenden wollen, wende Dich bitte an die Autorin – anja@gezittert-gereimt.de – ein Text von Anja Allmanritter, Koblenz