Multitasking bestimmt mein Leben – beim Kochen gleichzeitig telefonieren und Ratschläge geben gehört ebenso dazu, wie das „vor dem Fernseher“ Bügeln und Zusammenfalten. Gleichzeitig Zeitung lesen und sich unterhalten fällt darunter und noch so viele Dinge mehr. Und ganz egal, wie sehr ich mir auch vornehme achtsamer zu sein und bewusster mal wieder nur ein und nicht zwei, drei oder noch viel mehr Sachen zwischendurch, halb-herzig oder zumindest unachtsam, gleichzeitig zu machen, so wenig gelingt und so wenig bringt dieser Vorsatz mir (das) im Alltag meist und wenn überhaupt, dann nicht lange. Wenn ich aber an meinem PC sitze und für mich selber zu schreiben anfange, dann kann ich plötzlich das, was sonst nie funktioniert. Denn sobald sich mein Verstand in meinen Zeilen verliert, passiert, wieso, das habe ich bis jetzt nicht wirklich kapiert, etwas, das anders ist als alles, was ich kenne. Etwas, das ich meine Bewusste-Erlebens-Zeit gerne nenne. Dann bin ich einmal tatsächlich ganz nah bei mir, egal, ob es klingelt an meiner Tür, ob die Bügelwäsche eigentlich nach mir schreit oder das Mittagessen ist längst schon servierbereit. Dann mache ich nur das Eine ganz konzentriert, bei dem sich jedes andere Hier und Jetzt um mich herum verliert. Wenn ich schreibe, dann schreibe ich und bin einfach einmal nur ich, die ich bewusst tue, was ich liebe und bei dem niemals Raum für etwas anderes übrigbliebe.


Alle auf dieser und den folgenden Seiten verwendeten Texte und Fotografien sind urheberrechtlich geschützt. Solltest Du diese oder Teile hiervon verwenden wollen, wende Dich bitte an die Autorin – anja@gezittert-gereimt.de – ein Text von Anja Allmanritter, Koblenz