Wann ist dir zuletzt eine vergleichbare Situation passiert:

Zwei Menschen, die sich getroffen,

miteinander gesprochen

und wild gestikuliert

haben,

dabei eigentlich aber nur daran interessiert

waren,

den neuesten Klatsch und Tratsch zu erfahren,

um sich am Unglück Dritter zu laben.

Eine ernsthafte Konversation dagegen fand nicht statt,

weil keiner ein echtes Interesse an dem gehabt hat,

was den anderen wirklich bewegte.

Im Gegenteil, bei diesem Gedanken regte

sich regelrechtes Unbehagen

und das nicht nur im Magen.

Denn keiner wollte über diejenigen Dinge reden,

die als Konsequenz ergeben

hätten,

sich den weniger netten

Lebenssituationen,

denen regelmäßig Angst, Sorgen, Nöte, Hoffnungslosigkeit innewohnen,

anzunehmen.

Solche, bei denen sich die Betroffenen danach sehnen,

ihre Lebenslast – zumindest zuweilen –

mit anderen – auf welche Weise auch immer – zu teilen.

Wodurch ein jeder sich einlassen müsste

auf das im Leben anstrengend Triste.

Bei dem ein Gespräch würde jene Leichtigkeit einbüßen,

die es hat, solange sich die Leute nur nichtssagend grüßen,

einander anlächelnd fragen, wie es um sie steht

und dabei wissen, dass es hier nicht um ein ehrliches Fragen und Antworten geht.

Erinnerst du dich, wann du in letzter Zeit

eine solche Begebenheit

beobachtet hast oder sogar Beteiligter gewesen bist.

Ich frage mich

und dich,

hast du dabei rein gar nichts vermisst?

Keine Anteilnahme, keine Aufrichtigkeit?

War dir die Zeit

dieses oberflächlichen Geplänkels kein Graus?

Ich gestehe, von mir aus

kann ich auf solche Zusammentreffen inzwischen verzichten,

will mein Augenmerk lieber darauf richten,

jede Lebensminute bewusst zu leben

und darum keine floskelhaften Fragen mehr stellen oder Antworten auf solche geben.

Das Leben ist zu kurz und zu lang, um auch nur einen Moment davon zu verschwenden,

das Kostbarste, das es gibt, meine Lebenszeit, mit vollen Händen

auszugeben

und dabei keinen Wert auf das wirklich Wichtige zu legen.

Darum frage ich nur noch dann, wie es geht,

wenn mir der Sinn nach einem echten Gespräch auch steht.

Ansonsten grüße ich nur und verweise auf eine andere Gelegenheit,

bei der ich Muße, Interesse und Zeit

für einen Austausch habe

und erspare mir jegliche unehrliche Frage.

Im Umgang mit anderen habe ich damit viele gute Erfahrungen gemacht inzwischen,

weil auch die anderen dadurch nicht mir gegenüber etwas vorgaukeln müssen,

sich in leeren Worthülsen verlieren

oder Zeit investieren

für Gespräche ohne Inhalt und Sinn.

Seit ich das konsequent lebe bin

ich zufriedener und aus dem Bauch

heraus glaube ich, sind meine Konversationspartner das auch.


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